Mitdenkbuch

….vom digitalen Lernen und Leben!

…infiziert

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(Gedanken zum Artikel: “Lass uns noch mal telefonieren“ von Edith Einhart aus 10/2009 freundin)

Das ‘Vielleicht Virus’ hat auch mich befallen. Wie es der Zufall will bin ich kurz nach meiner Idee Ausätze zu verfassen im Wartezimmer meines Zahnarztes über einen Artikel gestolpert, der Inhalt für den ersten Versuch bot. Jeder kennt den ‘Vielleicht Virus’, entweder man ist selbst befallen oder zumindest Personen im eigenen Umfeld. Wir wollen uns nicht mehr festlegen. Besonders deutlich wird mir dies beim Planen einer Silvesterparty/-aktivität. Jedes Jahr wird aus neue damit gerungen. Wer mit wem wo feiert. Wobei dies ein sehr spezieller Fall ist, der auch immer sehr mit Erwartungen beladen ist. Gerade deshalb will ich ihn nicht weiter ausführen und mich mehr auf den Rest des Jahres konzentrieren. Es stellt sich mir die Frage: Warum ist das so? Edith Einhart führt hier als einen Hauptgrund die digitale Welt an in der wir uns bewegen. Sie ist der Ansicht, das das digitale Leben, was uns ermöglich ohne große Anstrengung ein Foto sooft zu wiederholen bis es uns gefällt oder Dokumente und Emails beliebig oft wiederherzustellen, den Wunsch fördert diese Technik auch in der Realität anzuwenden. „Derartig verwöhnt wollen wir immer öfter auch im echten Leben die ‘Reset’-Taste drücken“. Von diesem Wunsch gesteuert lasse ich mir also bei vielen Verabredungen Hintertürchen offen…schiebe Entscheidungen bis kurz vor knapp vor mich her und halte meine Freunde hin. Das hört sich für mich anstrengend an und in der Tat, das ist es auch. Ich denke mit einem Terminkalender voller ‘Vielleicht’-Termine lassen sich doch auch keine Ruhephasen einplanen. Es ist also gar nichts planbar. Doch es wird nicht besser, der Autorin zu Folge macht es in der heutigen Zeit verdächtig wenn man sich festlegt: „starrsinnig wirkt das und konservativ“. Ich darf mich also nicht entscheiden, sonst gehör ich nicht dazu? Ich denke eigentlich bewundern wir diese Menschen, denn sie wirken auf mich gelassener und zielstrebiger. Das ‘Vielleicht Virus’ zieht sich bei den unterschiedlichsten Menschen durch so ziemlich alle Lebenslagen. Es beginnt bei einer Kaufentscheidung für Schuhe oder die Samstagabendverabredung und endet bei durchaus wichtigen Fragen wie Lebensentwurf, Partnerschaft, Kindern, Job oder Wohnort. Wie auch im Artikel beschrieben wurden früheren Generationen teilweise solche Entscheidungen durch Familie oder Traditionen abgenommen. Heute stehen wir vor einem großen Berg an Möglichkeiten. Ist das ‘Vielleicht Virus’ also eine Art Orientierungslosigkeit? Ich denke das alleine kann es auch nicht sein. Oftmals spielt vielleicht auch eine Angst mit… jemanden zu enttäuschen oder etwas zu verpassen. Mut zum Absagen ist hierbei ein Thema. Ist es nicht enttäuschender hingehalten zu werden? Mut zur Entscheidung und… danach Mut zur Entscheidung zu stehen. Hingehaltene Optionen verpuffen vielleicht schneller als mir lieb ist und dann habe ich keinen Handlungsspielraum mehr. Entscheide ich mich bewusst, nehme ich in Kauf etwas zu verpassen erhalte aber im Gegenzug die Gewissheit, dass ich etwas erlebe, unternehme oder besitze. Ich fühle mich also freier nach einer Entscheidung und kann mich dann dem Genuss jenes Augenblickes hingeben in dem mich die Erkenntnis beschleicht, dass ich gerade jetzt mein Leben bewusst und aktiv gestaltet habe und nicht vom Leben gelebt wurde.

(3 Seiten mit der Hand )

2 Comments

  1. Hallo Eva,
    ich bin definitiv (manchmal ;-) ) auch ein vielleicht-Typ. Bestes Beispiel ist unser Studium. Ich hab echt lange mit mir gerungen, ob ich das wirklich machen sollte… Und Du hast recht, die psychische Energie, die das verbraucht, wenn man in so einer Schleife hängt, ist wirklich enorm…
    Ich werd jetzt also entschieden den PC herunterfahren und mich ganz sicherlich meinem Eis und einem Buch widmen.
    Dir noch n schönen Abend. Wir sehen uns wohl morgen “online”…
    Andrea

    • Hei Andrea,
      juhu du bist mein erster Kommentator! Ich hoffe du hast dein Eis genossen…das war definitiv eine gute Entscheidung :) . Bis heute abend…ich hoffe wir mussten nix vorbereiten, komme eher kurz vor knapp heim…
      Grüsse Eva

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