Mitdenkbuch

….vom digitalen Lernen und Leben!

“Native” oder “Immigrant”? Auf jeden Fall “Digital”.

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Unverständis Seitens der älteren Generation bezüglich Art der Informationsbeschaffung: “Das kann ja nichts sein!” Eine aufgeschlossenere Jugend… ist das wirklich ein Phänomen der Generation Net oder war dieser Unterschied nicht schon immer so?

Dass sich Menschen, die mit einer Technologie aufwachsen leichter tun diese auch anzuwenden ist wohl ein Generationenmerkmal. Es ist so, dass die Anwendung eines Mediums wie das Internet für Jüngere selbstverständlicher ist als für Ältere, die an andere Wege der Informationsbeschaffung gewohnt sind. Aber dennoch ist es wohl eher eine andere Art der Herangehensweise als ein anderes Denken.
Lehrer als “Immigrants” in der Jugendwelt sprechen eine veraltete Sprache ist das ein wirklich neues Phänomen? Weiter stellt sich die Frage: “Hat sich nicht einfach nur das Komunikationsmedium verändert nicht die Kommunikation?”

Netzwerken: statt “über den Gartenzaun” eben im Internet.
Schulmeister argumentiert hier, dass bei einer völligen Veränderung der sozialen Kontaktpflege auch Vereine verschwinden würden, was nicht der Fall ist. (S.17 hier downloadbar)

Mir scheint die Unterscheidung generell etwas zu sehr Schwarz weiss zu verlaufen…

3 Sat stellt “Digital Natives” als rund um die Uhr vernetzt und immer Online dar. “Offline bist du noch früh genug”

Betrachte ich in meinem nahem Umfeld Menschen, die eigentlich zu den “Natives” gehören sollten (Geboren: 1985, 1986 und 1991) stelle ich fest, das die nicht wirklich anders denken, nur der Jüngste kommuniziert wirklich mehr über Instant Messages und Internet als andere. Sie nutzen die Möglichkeiten, die sich Ihnen bieten, aber je nach Definitionsansatz bin ich als “Digital Mischling” mit einem Jahrgang 1981 (ich kenne ein Leben ohne Computer und ohne Internet) mehr “Native” obwohl ich mich selbst nicht wirklich so fühle. Aus diesem Grund finde ich es auch ein bischen anmassend zu behaupten ein “Immigrant” bleibe für immer behaftet und könne nicht “dazugehören”.

Betrachtet man aber die Kriterien die einen “Native” auszeichnen im Bezug auf mich:

  • Informationbeschaffung erstmal über Internet: ja
  • Einkaufen im Internet: ja (am liebsten auch Lebensmittel ist aber in meiner Wohngegend nicht gut ausgebaut)
  • Bloggen: ja
  • social networks: ja
  • Instant Messaging: ja
  • SMS oder E-Mail: ja
  • Ipod: ja

…dann bin ich wohl doch…?

Aber: Ich achte drauf, dass Fotos in meinem Blog nicht verfänglich sind. Ich achte darauf meine Persönlichen Daten auf ein Minimum zu beschränken. Und vor allem versuche ich meine Freunde nicht ohne deren Wissen namentlich zu erwähnen oder ungefragt Bilder von Ihnen ins Netz zu stellen.

An dieser Stelle ist denke ich Pädagogische Arbeit notwendig. Aber ich finde, das sich diese nicht alleine ein Medienpädagogisches Problem denn es geht in die Richtung: Verantwortung übernehmen für sich und für andere und verantwortungsvoll handeln.

Einbinden der neue Kommunikationsformen und Integration dieser in die Ausbildung von Pädagogen, Förderung der reflektierten Nutzung der Neuen Medien: Wie schon öfters erwähnt halte ich dies und das Vermitteln von Handlungsstrategien für die Informationsflut, die durch die Nutzung von digitalen Medien möglich ist, für eine der wesentlichen Aufträge der Medienpädagogik. In diesem Ansatz fühle ich mich durch Schulmeister (S.90 Absatz 2 auch in dem Link oben) bestätigt.
Unterricht wird und sollte sich verändern, die Frage ist ob das generationsbedingt ist oder einfach durch das Wachsen der neuen Möglichkeiten nötig ist.

Das Argument “Digital Natives” lernen schneller da sie gewöhnt sind multitasking zu betreiben finde ich fragwürdig. Persönlich bin ich der Ansicht, das Multitasking im Sinne von “gleichzeitig” ausführen nicht wirklich möglich ist. Vielmehr Switched man ständig zwischen den einzelnen “Tasks” hin und her. Dies mag durchaus durch die vermehrte Nutzung von digitalen Medien verstärkt worden sein, ist meiner Ansicht nach aber nicht fördernswert.

Hier ist der Ansatzpunkt eher “Konzentration auf das Wesentliche” zu vermitteln. Wie lasse ich mich eben nicht durch die Vielfältigen Möglichkeiten die gegeben sind von dem ablenken was ich eigentlich tun wollte.

Einige Ideen von Prensky (2001: Digital native Immigrants, S.6 downloadbar hier) bezüglich der Neugestaltung von Unterricht durch die Intergration von bsp. Serious Games finde ich interessant und denke auch, das moderne Bildung sich diesen Optionen nicht verschliessen sollte. Dennoch sehe ich den Zusammenhang zur Generation nicht. Die Tatsache vom Frontalunterricht zu einem Unterricht zu wechseln der verschiedene Rezeptionskanäle anspricht ist nun keine neue Idee die erst mit digitalen Medien aufkam.

Allerdings unterstreicht dies meinen Wunsch nach Nutzung und Einbindung der neuen Möglichkeiten.

3 Comments

  1. Liebe Eva,
    vielen Dank für Deine Ausführungen, die ich – gerade weil sie so persönlich sind – sehr spannend finde. Ich denke, Du hast da einen sehr interessanten Aspekt in der digital natives Diskussion aufgegriffen und zwar den, ob man einfach so durch seinen Geburtsjahrgang dazu wird oder nicht. Ich denke auch, dass die Festschreibungen und Automatismen, die Prensky da vornimmt, so nicht funktionieren. Auch müssen Immigrants nicht immer Immigrants bleiben. Leider hat sich bisher noch niemand mit dieser Idee weitergehend beschäftigt… Vielleicht sollte das mal eine von uns beiden tun?
    lieben Gruß,
    Tanja

  2. Hei Andrea,
    ja das denke ich auch, ich denke auch eher, das die “Spiele” in der Zeit zum Einsatz kommen sollten in dem der Lernende nicht frei hat. Also im Unterricht oder als Hausaufgabe oder so.

    Ich sehen es gerade in der Zeit in der die digitalen Medien mehr und mehr im Alltag vorhanden sind als sehr wichtig an: Einfach mal abzuschalten. Lernen sich von Medien zu lösen kann auch ein wichtiger Punkt zum Lernen sein.

    Eine Begebenheit die mir dazu immer einfällt fand in einem Urlaub statt als es die Lichtverhältnisse zusammen mit meinem mitgeführten Kameraequipment beim besten Willen nicht zuliessen ein zufriedenstellenden Foto zu schiessen. Kommentar nach unzähligen Versuchen: Vielleicht müssen wir das nun einfach analog geniessen!

    Viele grüsse Eva

  3. Hallo Eva,
    Du hast von Prensky gesprochen und seinen Serious Games. Es gab so wirklich schön gemachte Lernspiele von Klett – Heureka, Historion, Biolab, Informaticus und so weiter – wirklich toll gemacht, aber die Serie wurde einfach nicht gekauft. Eigentlich schade. Irgendwie geht das nicht: Wenn ich (als “digital was auch immer”) frei habe, möchte ich frei haben und anscheinend nicht noch durch die Hintertür noch etwas lernen…
    Liebe Grüße,
    Andrea

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